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Claudia Heu

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Spur 1919

2003–2006, Wien, Salzburg, Bukarest, New York City

Claudia Heu & Jeremy Xido

(scroll down for english)

Zwischen 2003 und 2006 entwickelten Claudia Heu und Jeremy Xido mit Spur eine Reihe ortsspezifischer Audioarbeiten in Wien, Salzburg, Bukarest und New York. Die Arbeiten verbinden Stadtraum, Erinnerung und das Gehen als Form der Wahrnehmung.

Spur ist ein Audiogang durch eine Stadt. Mit einem portablen CD-Player folgen die TeilnehmerInnen – auf jeweils zwei verschiedenen Wegen – den längst unsichtbar gewordenen Linien der Geschichte einer Frau und eines Mannes durch eine Stadt, wie sie im Jahr 1919 gewesen sein mag. Der Salzburger Audiogang führt dagegen in die ersten Nachkriegsjahre nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Sommer 1947. An bestimmten Punkten kreuzen sich die beiden Wege.

Spur spielt mit Erinnerungen im öffentlichen Raum, die zwar vorhanden, aber verborgen und im Alltag kaum zugänglich sind. Durch ihre Verknüpfung mit den Wahrnehmungen der Gegenwart werden sie wieder lebendig. Ähnlich den Hirtenpfaden im Gebirge oder den Songlines der Aborigines bleiben diese Erinnerungslinien nur erhalten, indem sie immer wieder begangen werden.

Salzburg, 15. Juli 1947

Ein warmer Tag. Sonnig. Or is it raining?

Der Mann.

Schwitzend bleibt er stehen und lehnt sich an einen Laternenpfahl. Er war schon einmal hier. Glückliche Tage. Er muss husten. Die Lungen schmerzen. Wohin? Über die Berge.

Die Frau.

Sie sucht ihn. Ihr ist schwindlig. She hurries along, late for work. What time is it? Wo ist er? Sie fühlt sich beobachtet.

Sie kennen einander nicht. Nicht wirklich. Nicht bewusst. Sie gehen durch Straßen, die ihnen vertraut sind. Wir gehen in ihren Fußspuren. Unser Atem, unsere Gedanken, Gefühle und Reaktionen vermischen sich mit den ihren.

What do we see? What did they see? Is this city alive?

Es war ein warmer Tag. Salzburg. Or was it raining?

Between 2003 and 2006, Jeremy Xido and Claudia Heu developed Spur, a series of site-specific audio works in Vienna, Salzburg, Bucharest and New York. The works bring together urban space, memory, and walking as a mode of perception.

Spur is an audio walk through a city. Using portable CD players, participants follow—along two different routes—the long invisible traces of a woman and a man through a city as it might have been in 1919. The Salzburg audio walk, by contrast, is set in the summer of 1947, in the first years following the Second World War. At certain points, the two routes intersect.

Spur engages with memories embedded in public space—present, yet hidden and largely inaccessible in everyday life. Through their connection with contemporary perceptions, these memories are brought to life again. Much like shepherds’ paths in the mountains or the Songlines of the Aboriginal peoples, these lines of memory can only remain alive by being walked and continually renewed.